Was Haut, Haare und Nägel verraten

Veränderungen an der Haut

Die Haut ist nicht nur das größte Organ des Menschen, sondern auch ein besonders empfindsames. Allein auf einem einzigen Quadratzentimeter Haut befinden sich rund drei Millionen Zellen, darunter 5.000 Sinneszellen und 200 Schmerzpunkte. Kein Wunder also, dass unsere äußere Hülle auch ein Frühwarnsystem für Krankheiten ist. So kann eine blasse Haut auf Eisenmangel oder eine Herzerkrankung hinweisen. Ein ständig roter Kopf ist nicht selten ein Zeichen für Bluthochdruck. Hinter trockener Haut und dauerndem Juckreiz verbirgt sich mitunter eine Nierenerkrankung oder ein Diabetes. Und auf Leberprobleme weist häufig eine gelbe Haut hin.

Hautrötungen – mögliches Signal für eine Gefäßentzündung
Auch bei der Diagnose der Vaskulitis, einer gefährlichen Entzündung der Blutgefäße, gibt die Haut entscheidende Hinweise. Flächige oder netzförmige Hautrötungen, aber auch Geschwüre und offene Stellen, sind typische Symptome für diese Erkrankung.
Die Ursache des Entzündungsprozesses ist eine Fehlsteuerung des Immunsystems. Bestimmte Zellen des Abwehrsystems greifen das eigene Gewebe an und zerstören es, in diesem Falle die Gefäße. Rund 80.000 Menschen sind deutschlandweit jährlich davon betroffen. Bei schweren Formen werden die Blutgefäße durch die Entzündung verstopft und zerstört. Im Gefolge geht das von ihnen zu versorgende Gewebe unter wie bei einem Herzinfarkt. Fingerkuppen oder Zehen werden schwarz und müssen amputiert werden. Wenn Gefäße betroffen sind, die tief im Körper liegen, kann das im schlimmsten Falle zum Tod führen. Deshalb sollte eine Vaskulitis immer ernst genommen werden, auch wenn sie in den meisten Fällen harmlos verläuft. Behandelt wird mit Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken.

Juckreiz
An der Hautklinik der Universität Münster wird in einer speziellen "Juckreizsprechstunde" nach den möglichen Ursachen gefahndet. Dazu unterziehen die Ärzte die meisten Patienten einem flächenübergreifenden Komplettcheck, bestehend aus Blut-, Ultraschall- und Röntgenuntersuchung bis hin zu Hautbiopsien. Die Diagnosen lauten auf Hauterkrankungen, aber auch auf Nieren- oder Lebererkrankungen, Allergien, Darmerkrankungen bis hin zu bösartigen Erkrankungen.

Doch bei etwa 40 Prozent der Patienten stoßen die Hautärzte auf ein besonderes Phänomen: den chronischen Juckreiz, der auch dann auftritt, wenn die eigentliche Ursache behoben ist. Etwa acht Prozent der Bevölkerung sind davon betroffen. Noch stehen die Wissenschaftler in vielen Fällen vor einem Rätsel. Sie vermuten, dass sich bei diesen Patienten, ähnlich wie bei Schmerzpatienten, ein Juckreizgedächtnis bildet. Linderung können Medikamente schaffen, die direkt im zentralen Nervensystem wirken wie Antidepressiva, aber auch Medikamente, die ursprünglich gegen Schmerz entwickelt wurden.

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