Regelmäßiger Schlaf zeigt Ende der Pubertät an

Der Schlafrhythmus könne ein guter Anhaltspunkt für das Erwachsenwerden sein, so die Forscher. Denn etwa fünf bis sechs Jahre nach Beginn der Pubertät passt sich das Schlafmuster der Teenager dem von Erwachsenen an. "Bis dahin gehen Jugendliche spät ins Bett, sind morgens kaum ausgeschlafen und brauchen das Wochenende zur Erholung", so Studienleiter Christian Cajochen. "Jugendliche entwickeln in der Pubertät eine ungeheure Kapazität, abends wach zu bleiben und in der Früh lange zu schlafen, die früher wie auch später nie wieder erreicht wird."
Nur Erwachsene schlafen vor dem Fernseher ein
Früher zu Bett zu gehen, sei den Jugendlichen gar nicht möglich. "Ihre innere Uhr sorgt bis spätabends für ein Wecksignal. Jugendlichen würde es kaum passieren, dass sie abends so wie viele Erwachsene vor dem Fernseher einschlafen." Das führe dazu, dass Jugendliche mit Fortschreiten der Woche eine Schlafschuld ansammeln, die sich besonders am Freitag bemerkbar macht. "Doch auch am Freitag gehen Jugendliche nicht früher ins Bett, da sie ja am Wochenende länger ausschlafen. Am Samstag und Sonntag stehen sie hingegen durchschnittlich zwei Stunden später auf als Erwachsene."
Abendliche Schlaflosigkeit trifft alle Pubertierenden
Die genauen Gründe für das lange Aufbleiben kennt man bis heute nicht. Möglicherweise soll es die Partnersuche unterstützen. "Doch diese abendliche Schlaflosigkeit betrifft alle Jugendlichen, auch diejenigen, die nicht regelmäßig in die Disko gehen", so Cajochen. Die Senkung des Hormons Melatonin, das unter anderem für die innere Uhr zuständig ist, dürfte beim unregelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus eine Rolle spielen, wenngleich laut Cajochen kein direkter Zusammenhang besteht. Beteiligt sind auch die zahlreichen weiteren körperlichen Umstellungen während der Pubertät. "Im Hirnstrombild kann man beobachten, dass Jugendliche extreme Tiefschlafphasen durchgehen, bei denen die Tätigkeit der Synapsen minimiert wird."
Unterschied zwischen Schultagen und Wochenende
Je älter die Jugendlichen sind, desto stärker ist das Phänomen des langen Aufbleibens am Abend meist ausgeprägt. Fünf bis sechs Jahre nach Eintritt der Pubertät ändern sich die Schlafgewohnheiten jedoch innerhalb eines Jahres. Mit 16 bis 21 Jahren wird der Schlafrhythmus regelmäßiger. Als entscheidendes Kriterium dafür gilt der Unterschied zwischen der Schlafdauer an Schultagen und am Wochenende. Erwachsene gehen zwar unter der Woche etwas früher ins Bett. Dennoch ändert sich dadurch ihre wöchentliche Gesamtschlafdauer nicht automatisch, denn sie stehen am Wochenende meist früher auf als während der Pubertät.








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